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Bildechingen kämpft weiter um die Postfiliale
- Ortsvorsteher Laschinger hofft auf Gesetzesänderung zugunsten kleiner Orte / Alternativkonzepte unzureichend?


Horb-Bildechingen. Viele Bildechinger haben sich für ihre Post eingesetzt – vergebens, wie es scheint. Trotz gegenläufiger Ankündigung, die Filiale bis Jahresende offenzuhalten, machte die Post mit ihrer Schließungs-Ankündigung ernst. Doch Ortsvorsteher Michael Laschinger will nicht aufgeben.

In Absprache mit Oberbürgermeister Michael Theurer nimmt Laschinger als Ortsvorsteher Bildechingens heute an einer Veranstaltung des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums für Gemeinden mit Postversorgung teil.

Bildechingen hat 2350 Einwohner, doch die Post rechnet die ehemalige Kasernensiedlung Haugenstein mit rund 400 Einwohnern aus der Gesamteinwohnerzahl heraus und macht die Bestimmung geltend, nach der eine zusammenhängende Wohnbebauung gefordert ist. Dabei
bräuchte gerade der Haugenstein mit seinem hohen Anteil an Spätaussiedlern eine soziale
Anbindung an ein Dorf – wofür sich Bildechingen immer wieder einsetzt, und was auch bereits Früchte trägt, so Laschinger.

Doch solche Aspekte fließen in die Umsatz-Rechnungen der Post nicht ein. Laschinger: »Wir haben gemeinsam, also Stadtverwaltung, Gemeinderat, Ortschaftsverwaltung und Ortschaftsrat einschließlich der sehr hoch engagierten Bürgerschaft, die massenweise Briefe und E-Mails verschickt haben, lange für den Erhalt der Postagentur gekämpft, nun ruhen die Hoffnungen auf der positiven Änderung der Dienstleistungsverordnung, die vorsehen müsste, dass auch kleine
und unselbstständige Orte mit 1500 Einwohnern Anspruch auf eine Postversorgung haben.
« Der freiwillige Bestand an Postagenturen innerhalb von Teilorten oder abgesetzten Wohngebieten in größeren Kommunen werde das nächste Problemfeld werden, da die Verordnung formal nur
die Kommune als Ganzes kennt, mit der einzigen Einschränkung der Zwei-Kilometer-Entfernung zur Poststelle bei mehr als 4000 Einwohnern. »Welche Gemeinde im ländlichen Raum erfüllt schon
diese Kriterien?«, so Laschinger.

Die Hoffnungen aller Kommunen zielen darauf ab, dass die Verordnung straffer ausgelegt wird. Das Alternativkonzept der Post könne indessen nicht überzeugen. Laschinger argumentiert: »Die Umwandlung von Agenturen in Post-Points (Briefmarken- und Packset- Verkaufsstellen ohne postalische Grunddienstleistungen wie Brief- und Päckchenaufgabe oder Abholung mittels
Benachrichtigungskarte) ist zum Scheitern verurteilt, da dies den Weg zu einer weiter entfernten Poststelle nicht ersetzt.« Der von der Post angepriesene mobile Postservice als Alternative für stationäre Postagenturen scheitere schon allein daran, dass die Briefträger keine Waage mit sich führen, um Päckchen und Pakete preislich bestimmen zu können, die von Bürgern aufgegeben werden. »Da der Service nicht funktionieren wird, wird er nicht angenommen, und deshalb stiehlt sich die Post auch hier wieder aus dieser Verantwortung, weil es keine Nachfrage gäbe – so wird es kommen«, befürchtet Laschinger. (Auszug Schwarzwälder Bote vom 27.05.2009 siehe hier)

 
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"Wenn die Post sich zurückzieht, muss jetzt oft die Gemeinde einspringen."

Die Post verabschiedet sich im Falle Bildechingens von der Kommune wie in vielen anderen Städten und Gemeinden auch - der Post AG kann man keinen Glauben mehr schenken, schade um das Vertrauen, das die Post-Manager damit zerstören. Und die Bundespolitik schaut desinteressiert zu - armes Deutschland! (siehe Artikel der Südwestpresse vom 14.Oktober 2008)

Bildechingen ist überall!

Die drohende Schließung der Post-Filiale in Bildechingen ist Teil einer Geschäftspolitik der Post, in der die Belange des Ländlichen Raumes nur noch am Rande eine Rolle spielen.

Um das Thema Post-Serviceverschlechterungen im ländlichen Raum zu erfassen, muss die Geschäftspolitik des "Global Players" Post AG-Konzern hinterfragt und offen diskutiert werden, weil sich sonst nichts ändert. Man starrt höchstens wie das Kaninchen auf die Schlange, ist froh, dass es einen selbst vor Ort (noch) nicht mit einer Postschließung trifft.

Wo ein politischer Wille entsteht, tun sich auch Wege auf. Die Unternehmens-Ethik eines ehemaligen Staatsbetriebes muss als privatisiertes Dienstleistungsunternehmens für den Bürger positiv spürbar sein.
Wenn man Milliarden in den US-Postmarkt in den Sand setzt, darf das nicht zur Dienstleistungseinschränkung im Kerngeschäftsgebiet führen – denkt der Bürger.

Welchen Standort trifft es als nächsten?

Es gibt freiwillige und gesetzlich vorgeschriebene Handlungsleitlinien für die Post AG, Dienstleistungen der Grundversorgung für die Bevölkerung zu erbringen. Es gibt allerdings ein Missverhältnis zwischen den Wettbewerbsmethoden der Post und deren staatlich verordneten Wettbewerbsvorteilen; zum Beispiel die teilweise Befreiung von der Umsatzsteuer.

Mit der Umsatzsteuerbefreiung verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, dass die Bevölkerung flächendeckend kostengünstige Postdienstleistungen in Anspruch nehmen kann. Wie diese in Wirklichkeit aussehen, kann dann die Post doch wieder selbst bestimmen?

Die freiwillige Selbstverpflichtung hat die Post-AG in 2004 unter dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel schnell noch für die Post AG gegenüber dem Gesetzgeber abgeschlossen, um einer Gesetzesinitiative aus dem Bundesrat zuvorzukommen, die die Post AG gesetzlich zu besseren Standards verpflichten sollte.

Derzeit sammelt das Bundeswirtschaftsministerium Stellungnahmen, wie die Dienstleistungsverordnung für die Post verbessert werden kann.

Wenn sich keiner rührt, kommt keine bessere Post-Versorgung des ländlichen Raumes heraus.

 

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